

Immer wieder erlebe ich schöne Rituale, Gegenstände, Gestaltungsideen bei Trauerfeiern:
- Manchmal ist es nicht erlaubt, in die Urnenwand zum Abschied Blütenblätter zu geben. Dann kann man kleine „Steinchen der Erinnerung“ nehmen.
- Immer wieder wird vom Bestatter / Blumenhaus in die Dekoration ein Gegenstand des/der Verstorbenen eingebaut z.B. das Akkordeon, der VfB-Schal, das Jagdhorn und der Jagdhut, das selbst geschreinerte Schaukelpferd u.ä.
- Bei einer Feier gab es in der Nähe des Urnengrabes eine Bank, worauf kleine Plastikbecher standen. Jede*r konnte am Ende der Feier den Blutwurz testen, den der Verstorbene zu Lebzeiten noch angesetzt hatte.
- Bei der Beerdigung einer Erzieherin hatte der Bestatter den Deckel des Sarges vorher in den Kindergarten gebracht und die Kinder haben diesen ganz bunt bemalt.
- Der Bestatter gab die Überurne der Familie mit, damit die vier Enkel*innen die Urne bemalen/bekleben konnten – u.a. war ein Pflaster mit einem rosa Einhorn drauf, weil der Opa immer „Aua weggemacht“ hat.
- Manchmal wird die ganze Urne von jemandem aus der Familie mit einem schönen Motiv bemalt z.B. dem Gartengrundstück mit Bäumen, Schaukel.
- Der Verstorbene hatte einen eigenen Wald. Der Bruder hatte für die Feier im Ruheforst aus dem Wald des Bruders für alle kleine 5 cm lange Zweige mitgebracht, die alle mit ins Urnengrab geben konnten.
- Bei der Feier für einen Mann, der viele Jahre verschiedene Sorten Tomaten gezüchtet, gekreuzt, angebaut hat, stand bei der Feier ein Tomatenstock im Topf, der auch noch ans Grab mitgetragen wurde.
- Der Enkel gab dem Opa eine Zigarre mit ins Grab, weil der immer gerne in seiner Werkstatt einen Stumpen geraucht hat.
- Wenn Kinder bei der Feier dabei sind, nehme ich meine Trostengel mit, die sie bemalen können.
- Einmal hing in der Feierhalle eine Wäscheleine aus mit Fotos aus dem Leben der Verstorbenen.
- Manchmal werden in der Feier Fotos aus dem Leben der/des Verstorbenen gezeigt. Nicht in allen Aussegnungshallen ist das möglich (Lichteinfall…).
- In einem Bestattungswalds dürfen oft keine waldfremden Gegenstände mit ins Grab gegeben werden; dann bieten sich statt Blumen Naturmaterialen aus dem Wald an.
- Manchmal werden beim Ankommen oder am Schluss Beginn Teelichter oder kleine Kerzchen angezündet. Kerzen sind aber nicht überall erlaubt.
- Immer wieder tragen Angehörige die Urne von der Halle zum Urnengrab. In manchen Orten ist es üblich, dass Angehörige die Sargträger stellen.
- Einmal hat der Enkel, der Zimmermann ist, das Kreuz für das Grab gemacht.
- Bei der Beerdigung eines langjährigen Brieftaubenzüchters wurden nach der Grablegung sechs Tauben in den Himmel fliegen gelassen.
Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Manche Rituale sind aufgrund der großen Zahl an Trauergäste oder des Ortes nicht einfach umsetzbar. Es ist daher ratsam, das vorher abzusprechen mit Bestatter*in oder mit mir als Redner.